Das ist die NaschBa

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Die Freie Naturschule Barnim ist eine Oberschule mit integrierter Grundschule in freier Trägerschaft in Biesenthal. Der Verein wild frei grün e.V. ist der Schulträger und wird als gemeinnütziger Verein auch Veranstaltungen und Fortbildungen rund um die Themen Schule, selbstorganisiertes Lernen und Naturverbindung anbieten.

Nach einer etwa zweijährigen, intensiven Gründungsphase wurde die NaschBa kurz vor Ende der Sommerferien im Jahr 2017 vom Bildungsministerium genehmigt. Am 04. September 2017 begann der Schulbetrieb mit 15 Kindern in einer Lerngruppe 1/2/3 und einer Lerngruppe 8/9 (Sek1). Momentan lernen 35 Kinder in den Lerngruppen 1/2/3, 4/5/6 und Sek1. Über die Jahre soll die Schule auf 80 Kinder und Jugendliche anwachsen.

Die Ausrichtung des Konzeptes

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Der besondere Schwerpunkt der Freien Naturschule Barnim ist die unserer Kenntnis nach bisher einzigartige Verknüpfung von Selbstorganisation, Naturverbindung und Beziehungskompetenz in einer Schulkonzeption für eine Oberschule mit integrierter Grundschule.

Lernen allgemein und insbesondere in Schulen braucht:

  1. sichere Beziehungen
  2. Natur als Erfahrungsraum
  3. Freiheit im Entwicklungsweg

Die Freie Naturschule Barnim bietet Schüler*innen die Möglichkeit Natur und Wildnis als Lern- und Entwicklungsraum zu erleben. Die vielfältigen Methoden des Naturmentoring ermöglichen umfassendes und nachhaltiges Lernen und fördern die Verbundenheit mit seiner inneren und mit der äußeren Natur.
Beziehungskompetenz der Lehrkäfte schafft ein respektvolles Miteinander, in dem jeder Mensch sein Potential entfalten kann.
Dies schafft notwendige Voraussetzungen, um den Schüler*innen vielfältiges Wissen und Kompetenzen für ihren Lebensweg mitzugeben als auch langfristig einen neuen gesellschaftlichen Umgang bezüglich unserer
inneren und äußeren Natur zu entwickeln und so den großen globalen Herausforderungen von Klimawandel, Ressourcenknappheit, Umweltverschmutzung und notwendiger Friedensarbeit aktiv gestaltend zu begegnen

Welche Menschen inspirieren uns?

An der Freien Naturschule Barnim gibt es keine einzige pädagogische Richtung, der die Schule dogmatisch folgt. Es gibt Menschen, die uns inspirieren (Young, Renz-Poster, Wild, Juul) – aber noch wichtiger ist uns die Authentizität jedes Einzelnen und somit die persönliche und individuelle stimmige Auswahl der Methoden, die die Basis für sinnorientiertes Handeln darstellen.

Wir glauben, dass die persönliche Beziehung relevanter für das Lernen und die Gemeinschaft sind als diese oder jene pädagogische Methode des Handelns. Die Hattie-Studie kam zu dem Ergebnis, dass Lernen am stärksten von der Person des Lehrenden abhängt.

Diese pädagogische Offenheit bedeutet nicht, dass die Lernbegleiter*innen tun, was sie wollen, sondern dass jede*r immer wieder versucht sein Handeln an dem Sinn der Schule und den Wertegrundsätzen (Gewaltfreiheit, Authentizität, persönliche Verantwortung) auszurichten und gemeinsam im Team das Gelingen reflektiert.

Jon Young

Jon Young gilt als einer der Begründer des Naturmentoring. Seine Wurzeln hat diese Art der Wissensweitergabe in Nordamerika. Dort kamen einzelne Kinder und Jugendliche intensiv mit den Lehrmethoden der einheimischen Bevölkerung in Kontakt. Einer von ihnen war Jon Young. Im Laufe seiner weiteren Entwicklung, u.a. Studium der Anthropologie und Ökologie kam er mit weiteren nativen Lehrmethoden in Kontakt. Er erkannte, dass in nativen Kulturen die Techniken und Werkzeuge des Lernens sehr ähnlich sind und begann sie zu bündeln, weiterzuentwickeln und weiterzugeben.

Herbert Renz-Polster und Gerald Hüther

Die Freie Naturschule Barnim orientiert sich nicht an der an staatlichen Schulen vorherrschenden Didaktik des mehrgleisigen Fächerunterrichts, sondern beruht auf den neuesten Erkenntnissen der Hirn- und Lernforschung sowie Erfahrungen von Schulen, die bereits nach diesen Kriterien arbeiten:

  • Ganzheitlichkeit der Erfahrung von Lernen in zeitlich begrenzten Lerngruppen (Wissensaneignung und Forschung mit Intensität und Tiefe, statt mehrere Fächer in kleinen Häppchen)
  • Kinder lernen aus intrinsischer Motivation durch Selbstbestimmung und Selbstorganisation
  • die Mischung von Kindern verschiedenen Alters, Herkunft, geistiger, physischer und psychischer Veranlagung (und weitergehend die Zusammenarbeit in der Schule mit Menschen jedes Alters, mit Behinderungen, mit Senioren usw.)
  • Pädagogische Haltung: aus Erziehung wird Beziehung, jedes Kind ist kompetent (aber teilweise unerfahren), jedes Kind hat das Potential zum Genie – also Unvoreingenommenheit gegenüber der Entwicklungsfähigkeit des Kindes

Rebecca und Mauricio Wild

Wir teilen die Auffassung von Rebeca und Mauricio Wild, die in ihrer Schule die vorbereitete Umgebung, wie sie von Maria Montessori vorgeschlagen und entwickelt worden ist, um Räume erweitert haben, in denen die Kinder und Jugendlichen ihren Bedürfnissen nach freier Bewegung, nach konkreten Erfahrungen mit unstrukturierten Materialien, oder nach Gesprächen untereinander nachgehen können.

Dem freien Spiel wird ein zentraler Ort in der kindlichen Entwicklung als auch im Schulalltag eingeräumt. Die vorbereitete Umgebung ist so zu gestalten, dass es den Kindern ermöglicht wird, sich ihren Bedürfnissen entsprechend aktiv für eine Beschäftigung oder Arbeit zu entscheiden. In ihren Büchern betont Rebeca Wild, dass die von Jean Piaget beschriebenen Entwicklungsetappen von Kindern nur vollzogen werden können, wenn ihnen so viele konkrete Erfahrungen wie möglich erlaubt werden und wenn ihr Rhythmus der Verarbeitung von Erfahrungen respektiert wird. Selbstorganisierte Lernprozesse und viel Draußensein mithilfe natur- und wildnispädagogischen Methoden ermöglichen diese konkreten Erfahrungen optimal.

Célestin und Élise Freinet

Die Freie Naturschule Barnim orientiert sich in ihrem pädagogischen Ansatz unter anderem an den Grundsätzen des französischen Reformpädagogen Célestin Freinet (1896 – 1966) und seiner Ehefrau Élise Freinet (1898 – 1983). Mit seinem Bild vom Kind, welches die Welt erkundet und erforscht und seinen inneren Phantasien und Gedanken in vielfältiger Weise Ausdruck verleiht, erschuf er eine zutiefst freiheitliche und kindgerechte Pädagogik. Seine Methoden und Ansätze ermöglichen dem Kind eine Auseinandersetzung mit sich selbst.

Jesper Juul

Jesper Juul und Helle Jensen haben eine neue Qualität des Lehrens und Lernens in den Blickwinkel genommen und wesentliche Fachbücher dazu geschrieben –die Beziehung bzw. das Miteinander in Schulen.
Grundbegriffe dieses Ansatzes sind der Augenmerk auf Integrität, persönliche Verantwortung, Authentizität, Gleichwürdigkeit und Respekt. Diese Werte spiegeln sich in der Freien Naturschule Barnim im Menschenbild (das kompetente Kind) und in dem Fokus auf Beziehungskompetenz der Lehrer*innen wieder.

Die Lernbegleiter*innen und Erwachsenen an der Freien Naturschule Barnim haben die Verantwortung für die Qualität ihrer professionellen Beziehungen. Das Gegenüber zu »sehen«, das eigene Verhalten darauf abzustimmen und die Führung dabei zu behalten, sind Fähigkeiten, die praxisbegleitend dauerhaft vertieft werden.

Die Säulen der NaschBa

Selbstorganisation

  • selbstbestimmtes Lernen in einer Erwachsenen-geführten Schule
  • Sinn-orientierte Zusammenarbeit (statt einer Leitbild-Orientierung)
  • Beratungsprozesse statt Top-Down-Entscheidungen oder Konsens als Weiterentwicklung der Demokratiefähigkeit
  • kollektive Intelligenz

siehe

Naturverbindung

  • Kinder brauchen Draußensein für ihre gesunde Entwicklung
  • inspirierende Lernräume mit maximaler Bewegungsfreiheit
  • Kinder können Drinnen & Draußen lernen
  • mehrtägige Naturcamps zu verschiedenen Jahreszeiten
  • Nachhaltigkeit
  • regelmäßige Fortbildungen dazu

siehe

Beziehungskompetenz

  • Das Wie ist genauso wichtig wie das Was
  • Miteinander auf Basis der vier Werte von Jesper Juul – Integrität, Authentizität, Verantwortung, Gleichwürdigkeit
    d.h. zum Beispiel Erwachsene üben sich darin, Fehler zu machen, Selbstverantwortung zu übernehmen und gleichwürdige Dialoge zu führen
  • Erwachsene entwickeln sich selbst und handeln als Vorbild
  • Liebevolle Führung – Erwachsene sorgen für einen sicheren Rahmen, schützen ihre eigene Integrität und die der Kinder
  • Zusammenarbeit mit Eltern auf Augenhöhe
  • Rückmeldekultur
  • regelmäßige Supervision und Fortbildungen dazu

siehe

  • Jesper Juul “Vier Werte, die Kinder ein Leben lang tragen”, “Dein kompetentes Kind”
  • Katrin Paul beziehungskompetent.de
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